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03.12.2020

Reisebloggerin findet: „Es gibt in Dortmund einfach viele tolle Orte!“

Vielleicht haben manche Dortmunder*innen sie schon im WDR mit ihrem Lastenrad durch das Bild fahren sehen: Reisebloggerin Alexandra Kryaneva, 35 Jahre alt, Social-Media-Beraterin und Fotografin von Beruf, erkundet unsere Stadt gemeinsam mit ihrer Familie. Und lässt uns auf einem neuen Dortmund-Blog daran teilhaben. 

Dortmund ist mehr als nur Fußball, Industrieromantik und Shopping

Seit 2013 wohnt die Bloggerin Alexandra Kryaneva, die ursprünglich aus St. Petersburg kommt, bereits in Dortmund. Ihr internationaler Reise-Blog shurupchik.com begeistert alleine auf Instagram über 100.000 Menschen.

Durch die Corona-Pandemie konnte sie allerdings plötzlich nicht mehr verreisen. Und fing an, Dortmund intensiver zu erkunden. Sie findet: Dortmund ist mehr als nur Fußball, Industrieromantik und Shopping.

Dortmund ist vor allem grün, überraschend und hat insbesondere für Familienausflüge viel zu bieten. „Dortmund überrascht. Dich.“ hat mit Alexandra gesprochen – wieso sie jetzt auch einen Dortmund-Blog schreibt, welche Stadtteile sie hier am schönsten findet und was ihr ultimativer Ausflugstipp ist. 


Kurzinterview mit Alexandra Kryaneva

Reisebloggerin Alexandra Kryaneva empfiehlt mit dem Fahrrad die Route am Dortmund-Ems-Kanal zu erkunden.

Reisebloggerin Alexandra Kryaneva erkundet mit ihrer Familie per Lastenrad die Dortmunder Umgebung ©privat

Das Rehgehege im Süggelwald ist ein ultimativer Ausflug-Tipp

Das Rehgehege im Süggelwald ist ein ultimativer Ausflug-Tipp.  © privat

Dortmund überrascht. Dich: "Wann bist Du mit Deiner Familie nach Dortmund gezogen – und warum?"

Alexandra Kryaneva: "Das ist eine kuriose Geschichte. Mein Mann und ich haben sehr lange eine Fernbeziehung gehabt - ich habe erst in Bonn, dann in Nürnberg gewohnt und gearbeitet - er in Aachen, Hamburg und Essen. 2013 haben wir uns dann entschieden, unseren Wohnort zusammen zu legen. Damals habe ich im Bereich Luftfahrt gearbeitet und habe ein Jobangebot in Düsseldorf bekommen. Mein Mann hat einen Job in Dortmund gefunden. Somit sollte die gemeinsame Wohnung irgendwo in der Mitte liegen. Dadurch, dass mein Mann bereits in Essen gewohnt und gearbeitet hat, haben wir an Essen gedacht. Wir hatten sogar eine schöne Wohnung gefunden und fast einen Mietvertrag unterschrieben. Aber dann hat eine Kollegin von meinem Mann, die im Saarlandstraßenviertel gewohnt hat, aus privaten Gründen schnell ausziehen müssen und Ihre Wohnung stand frei. Der Rest ist Geschichte."

Dortmund überrascht. Dich: "Wieso schreibst Du einen Dortmund-Blog? "

Alexandra Kryaneva: "Das ist eine sehr gute Frage und mittlerweile habe ich sogar eine Antwort darauf: Als ich 2013 nach Dortmund umgezogen und fast jeden Tag nach Düsseldorf gependelt bin, habe ich mir kaum Zeit genommen, um Dortmund zu erkunden. Erst 2016, mit der Geburt unserer Tochter, und vielen langen Spaziergängen, auf die ich auch meine Foto-Kamera mitgenommen habe, ist mir klar geworden, dass Dortmund viel mehr als Fußball, Industrieromantik und Shopping ist! Da ich diese Erkenntnis mit anderen teilen wollte, habe ich zusätzlich zu meinem Familien-Reise-BLOG (www.shurupchik.com) nun mein zweites Projekt ins Leben gerufen: Auf ichwohnehier.com geht es um das Leben in unserer Stadt!

Die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, dass der Blog sehr intensiv wurde: Als wir im März 2020 mit unseren zwei kleinen Kindern im Lockdown waren und keine Möglichkeiten mehr hatten, um zu verreisen, wollten wir das Beste aus der Situation machen. Und haben mit Fahrrad-Ausflügen in die Dortmunder Umgebung angefangen. So kam alles zusammen. Mit meinem Blog möchte ich Familien und Dortmunder*innen motivieren und zeigen, dass das Schöne nicht unbedingt weit weg sein muss. Manchmal reicht es, vor die Haustür zu gehen und die Augen aufzuhalten. Bei Sonnenschein klappt das natürlich immer ein bisschen besser."

Dortmund überrascht. Dich: "Welche Viertel/Stadtteile in Dortmund magst Du am liebsten?" 

Alexandra Kryaneva: "Das ist eine schwierige Frage. Ich finde das Kaiserstraßen- und das Kreuzviertel sehr schön – beide Viertel haben ein schönes Ambiente und tolle Architektur. Wir wohnen im Saarlandstraßenviertel und ich mag es hier auch sehr. Durch unsere Ausflüge habe ich dann aber auch andere schöne Dortmunder Ecken kennengelernt: die Gartenstadt, Schönau, Grevel, Aplerbeck, der Dorfkern in Brechten, die alte Kolonie Eving, die Ecke rund um den Nordmarkt - es gibt so viele Ecken in Dortmund, die ich schön finde! Um Fahrrad zu fahren, finde ich den Emscher-Weg und die Route am Dortmund-Ems-Kanal ganz toll."

Dortmund überrascht. Dich: "Was hat Dich in Dortmund am meisten überrascht?"

Alexandra Kryaneva: "Mich hat überrascht, wie stolz die Dortmunder*innen auf ihre Stadt sind! Und dass es so viel in Dortmund und der Umgebung zu entdecken gibt. Von außen hört man immer das Vorurteil über den grauen Ruhrpott - dass es hier grün und schön ist, wissen die meisten nicht."

Dortmund überrascht. Dich: "Was gibt es in Dortmund, was es sonst nirgendwo gibt?"

Alexandra Kryaneva: "Salzkuchen wäre mein erster Gedanke. Aber die Menschen und das „Dortmunderisch“ finde ich bewundernswert!"

Dortmund überrascht. Dich: "Dein ultimativer Ausflugs-Tipp in die Dortmunder Umgebung, der auch trotz Corona möglich ist?"

Alexandra Kryaneva: "Süggelwald und Grävingholz sind wunderbar für einen schönen Ausflug - auch trotz Corona. Eine Runde am Dortmund-Ems-Kanal zu radeln oder zu laufen ist auch eine schöne Idee. Das Naturschutzgebiet Lanstroper See ist einen Besuch wert, genauso wie der Stadtwald Bittermark. Aber auch der Rombergpark oder die Bolmke sind toll. Wie ich bereits gesagt habe, ich kann mich nicht für einen Ort entscheiden – es gibt in Dortmund einfach viele tolle Orte!"