Kultur

06.04.2018

Mord im Orient-Express: Erstes Kriminalballett der Tanzgeschichte

Unter der künstlerischen Leitung von Demis Volpi feiert das NRW-Juniorballett am 14. April im Opernhaus Premiere mit der tänzerischen Umsetzung von Agatha Christies Kriminalroman „Mord im Orient-Express“. Das gemeinsame Projekt von vier Choreografen wurde im Oktober 2017 im Forum in Ludwigsburg uraufgeführt.  (Foto: Bettina Stöß)

In Dortmund, wo Ballettdirektor Xin Peng Wang das NRW-Juniorballett 2014 ins Leben gerufen hat, ist das Stück somit erst Monate später erstmals zu sehen. Das Handlungsballett, das der junge Starchoreograf Demis Volpi mit Choreografien von Juanjo Arqués, Craig Davidson, Demis Volpi, Xenia Wiest für das Ensemble geschaffen hat, ist das erste Kriminalballett der Tanzgeschichte.

1883 ging er auf Jungfernfahrt – der Orient-Express; von Paris nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, quer durch Europa. Er verband bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts Okzident und Orient, Völker und Kulturen miteinander.

Zu seinen Fahrgästen zählten die berüchtigte Doppelspionin Mata Hari und ein verliebter Waffenschieber. Er inspirierte Krimiautoren wie Agatha Christie. Der brutalste Terroranschlag der Zwischenkriegszeit brachte den Luxuszug zum Entgleisen. Für viele Verfolgte des NS-Regimes war der Orient-Express die letzte Fluchtmöglichkeit vor dem Konzentrationslager. Während des Kalten Krieges transportierte er die ersten „Gastarbeiter“ aus Südosteuropa nach Deutschland. „Ab in den Orient-Express!“ wurde zum zynischen Slogan der Fremdenfeindlichkeit.

Demis Volpi, international ausgezeichneter Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts, und Christian Baier, Schriftsteller und Chefdramaturg des Balletts Dortmund, erzählen die wechselvolle Geschichte des legendären Zuges als Kaleidoskop des Traums von einem Europa ohne Grenzen.

Premiere: Samstag, 14. April 2018, Beginn: 19:30 Uhr, Ende: 20:45 Uhr, Einführung: 18:45 Uhr, Opernhaus.
Weitere Termine: Samstag, 12. Mai, und Samstag, 16. Juni 2018