Sport / Vereine

13.02.2017

Beziehungsprobleme im Tempel

Fußball und Fankultur haben  ja ein bisschen eine Beziehung wie in einer Ehe. In guten wie in schlechten Zeiten. Blogger Dortmunderisch befasst sich in diesem Beitrag mit den Ausschreitungen vor dem Spiel Borussia Dortmund gegen RB Leipzig. So viel ist sicher - man hält fest und treu zusammen und das gegen Gewalt.

Beim Dortmunder Fußball isses ein bisschen wie inne Ehe. Es besteht eine hoch emotionale Beziehung zwischen dem, was auf dem Rasen und den Rängen passiert. Die Spieler lieben die Unterstützung vonne Fans und die Fans lieben das leidenschaftliche Spiel vonne Mannschaft. 

Wie auch im Alltach vonne Ehe gibt es gute und schlechte Zeiten. Fans von Borussia Dortmund kennen die Leichtigkeit des Seins auf Fußballwolke sieben. Als aktuelle Bestmarke gilt hier das Jahr 2012, als ganz Dortmund wegen des Gewinns von Meisterschaft und DFB Pokal wochenlang schwarzgelbe Schmetterlinge im Bauch hatte. Ebenso gut is der Dortmunder im Aushalten von Trennungsängste erprobt, wie zuletzt erlebt beim Abstiegskampf inne Saison 2014/15.

Auch beim Thema Haushaltskasse haben wir in Dortmund turbulente Krisenzeiten überstanden. Als Tiefpunkt inne Herzkasper-Chronologie wäre hier die Fast-Insolvenz von 2005 hervorzuheben, als Borussia um ein Haar über die Wupper gegangen wäre. Zum Start vonne Rückrunde in 2017 sind getz neue Beziehungsprobleme im Tempel der Glückseligkeit aufgeflackert. Während sich die Mannschaft wichtige drei Punkte gegen Leipzig erkämpfte und dabei echte Liebe versprühte, leisteten sich Teile des Dortmunder Publikums eine Affäre mit primitivem Spott und verletzender Gewalt.

Die Ausschreitung vor dem Spiel und die beleidigenden Spruchbänder während der Partie gegen Leipzig sorgten für Unverständnis, Betroffenheit – innere Leere.  

Wir halten fest und treu zusammen – gegen Gewalt.

Mit etwas Abstand zu den Geschehnissen kannze festhalten: Sich mal im Ton zu vergreifen kommt inne besten Familien vor. Respektlosigkeiten sind allerdings nich so einfach zu entschuldigen. Stadionbesucher, die andere Fans gewalttätig attackieren, disqualifizieren sich in jedem Fall als Fußballfans und dürfen ihren Beziehungsstatus getrost auf vereinslose Vollpfosten umändern.

Dies gilt für im Tempel ebenso, wie für alle anderen Spielstätten auffe Kugel. Dortmund is gegen Gewalt. Da gibt’s nix zu diskutieren. Und klar is auch: Echte Fußballleidenschaft is bei uns inne Stadt stärker, als das ihr von einer Randgruppe treuloser Tomaten der Garaus gemacht werden könnte. 

Dortmunderisch ist die Dortmunder Variante von Ruhrgebietsdeutsch. Mit Dortmunderisch wird die Sprache der Stadt gepflegt und für kommende Generationen am Leben erhalten werden. Originalität und Heimatverbundenheit stehen bei Dortmunderisch im Vordergrund. Auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik wird absichtlich verzichtet. Dortmunderisch ist eine Marke der Bergmann & Tacke GbR.

Moritz Bergmann, 40
Autor und Gründer von Dortmunderisch