Urbanes Zentrum

01.07.2020

Dortmunder*innen entscheiden mit beim Heimatpreis

Über 600.000 Menschen nennen Dortmund heute ihre Heimat. Sie sind hier geboren, leben oder arbeiten hier, kommen von nah oder fern, um in Dortmund Heimat zu finden. Was aber genau bedeutet Heimat? Diese Frage versuchen zahlreiche ehrenamtliche Projekte zu beantworten – und zum ersten Mal würdigt die Stadt Dortmund in diesem Jahr eben jene Bürger*innen, die mit viel Engagement unsere Heimat gestalten. Für die Projekte kann ab sofort online abgestimmt werden. 

„Was für eine Heimat“ sucht nach lokalen und regionalen Besonderheiten

Unter dem Motto "Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen. Wir fördern was Menschen verbindet." hatte das Land Nordrhein-Westfalen bereits 2018 ein Programm zur Heimatförderung ins Leben gerufen. Mit dabei der „Heimat-Preis“, mit dem Menschen für lokale und regionale Besonderheiten begeistert werden sollen. In diesem Jahr wird der Preis erstmals auch in Dortmund ausgelobt - mit dem Motto „Was für eine Heimat“. 15 Vereine und Initiativen sind dem Aufruf gefolgt und haben ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht. Eine Fachjury hat daraus die besten drei Projekte ausgewählt. Jetzt sind die Bürger*innen Dortmunds gefragt: Sie können bis zum 12. Juli unter www.heimat.dortmund.de die Rangfolge der drei ausgewählten Projekte mitbestimmen. 
Die drei Projekte sind:

Freundeskreis Fredenbaumpark

Fredenbaumpark See Roland Gorecki

Bick auf den See im Fredenbaumpark. Den Park zu erhalten und das Angebot auszuweiten ist Ziel des Freundeskreis Fredenbaumpark. ©Roland Gorecki

Ob Pflanzenspenden und Baumpflanzaktionen, die Organisation von besonderen Führungen oder finanzielle Unterstützung von Veranstaltungen - der Freundeskreis Fredenbaumpark e.V. in der Dortmunder Nordstadt beteiligt sich aktiv an dem Erhalt des Parks als Zeuge der Industrie- und Arbeitergeschichte der Stadt. Seit 1994 setzt er sich für den Schutz, die Pflege und die Entwicklung des Parks sowie für die Erhaltung seiner Strahlkraft für den Dortmunder Norden ein. Ziel des Vereins ist es, den Fredenbaumpark als größte Grünfläche der Nordstadt zu erhalten, seine Attraktivität zu erhöhen und ihn gleichzeitig als Ort der Ruhe und Erholung für die Stadtbewohner zu bewahren. 

Besucherbergwerk Graf Wittekind

Besucherbergwerk Graf Wittekind

Ein Teil der Belegschaft des Besucherbergwerks Graf Wittekind. Mit ihnen ist es möglich, das ehemalige Steinkohlebergwerk live zu erleben. ©Heiko Nickel

Das Besucherbergwerk Graf Wittekind in Dortmund-Syburg macht es seit über 20 Jahren möglich, ein ehemaliges Steinkohlebergwerk zu erleben und zu erfahren, unter welchen Bedingungen die Bergleute gearbeitet haben. Mit viel Engagement hat der Arbeitskreis Dortmund des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. in langjähriger Arbeit den Originalzustand des Steinkohlebergwerks weitgehend wiederhergestellt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Besucher kommen größtenteils aus NRW, aber auch aus dem gesamten Bundesgebiet und werden in Kleingruppen mit einer kompletten bergmännischen Schutzausrüstung durch das Bergwerk geführt. So lässt sich an den Wurzeln erleben, wie Dortmund durch den seit 1850 aufstrebenden Steinkohlebergbau zu einer über das Ruhrgebiet hinaus bedeutenden Großstadt wurde.

Spurensuche

Titelfoto der Ausstellung "Glückauf in Deutschland"

Titelfoto der Ausstellung "Glückauf in Deutschland" des Vereins für Internationale Freundschaften. Hier erzählen Arbeitsmigrant*innen von ihren "Heimaterfahrungen". ©Cornelia Suhan 

Auf Spurensuche begibt sich der Verein für Internationale Freundschaften e.V. – die Mitglieder suchen nach Erinnerungen und den Erinnerungsorten der Arbeitsmigrant*innen der ersten Jahre, die in Dortmund leben. Viele von ihnen kommen aus der Türkei und der ehemaligen Sowjetunion und haben mit der Einrichtung eines Erzählcafes in der Internationalen Senioren Begegnungsstätte der Stadt Dortmund seit einigen Jahren die Möglichkeit, von ihren „Heimaterfahrungen“ zu berichten. Aus diesen biografischen Lebensgeschichten hat der Verein mit viel ehrenamtlichem Engagement bisher drei „Heimaterzählungen“ in Form von Buchveröffentlichungen und einer Wanderausstellung zusammengestellt: „Glückauf in Deutschland“, „Wir hier oben, Ihr da unten“ und „Oma woher kommst Du? Du singst so schön.“.