Kultur

01.04.2020

Dortmunder Kultur kommt nach Hause

Kultur-Institutionen weltweit nutzen während der Schließzeit die Möglichkeiten, die das Digitale bietet. Auch die Dortmunder Kulturbetriebe machen mit: Die Museen zeigen ihre Ausstellungsstücke im Netz, das Theater stellt seine Inszenierungen online - mit dabei nun auch die Erfolgsstücke „Die Parallelwelt“ und „Lolita“.

Theater Dortmund: Inszenierungen online abrufbar

Szene aus "Einige Nachrichten an das All“

Szene aus "Einige Nachrichten an das All“ von Kay Voges. Das Stück ist online auf dem Blog des Theater Dortmund zu sehen. ©Theater Dortmund

Seit fast zwei Wochen ist das Schauspiel Dortmund mit seinem Spielplan online. Bisher ist das Programm täglich gewachsen, denn die meisten Inszenierungen bleiben abrufbar. Zu sehen sind lange nicht mehr gesehene Produktionen wie die Live-Hörspiele von Filmemacher Jörg Buttgereit „Green Frankenstein“/“Sexmonster“ oder Kay Voges‘ „Einige Nachrichten an das All“, aber auch aktuelle Inszenierungen wie „Play: Möwe / Abriss einer Reise“. 

„Die Parallelwelt“ von Kay Voges und „Lolita“ von Jonathan Meese

Mit den kommenden drei Terminen bleibt es aktuell, denn alle Stücke waren bis vor Kurzem noch in Dortmund auf der Bühne zu sehen. Die Simultan-Aufführung „Die Parallelwelt“, die 2018 gemeinsam mit dem Berliner Ensemble entstanden ist, wird am Freitag, 3. April, online gestellt. Im Rahmen des geplanten Inbetween-Festivals hätte es auch eine Aufführung von Jonathan Meeses „Lolita“ gegeben, daher wird am geplanten Wochenende eine Aufzeichnung dieser Performance gestreamt, und zwar am Sonntag, 5. April. Die Studio-Produktion „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ (Regie: Thorsten Bihegue) ist ab Mittwoch, 8. April, zu sehen. Alle Stücke stehen ab 18 Uhr unter tdo.li/dejavu online bereit.

Museen stellen regelmäßig Ausstellungsstücke vor

Spitzenschuhe einer Tänzerinnen des Bolschoi-Balletts

Spitzenschuhe einer Tänzerin des Bolschoi-Balletts, die 1983 ein Gastspiel im Opernhaus gaben. Eine Dortmunderin, deren Mutter die russischen Tänzerinnen damals als Garderobiere betreute, brachte die Schuhe als Leihgabe in das Museum für Kunst und Kulturgeschichte. ©facebook.com/mkkdortmund

Das Museum Ostwall im Dortmunder U und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) nutzen ihre Social Media-Kanäle und stellen auf Facebook sowie Instagram regelmäßig Ausstellungsstücke vor. Das MKK zeigt unter dem Hashtag #MeinDortmund Exponate aus seiner aktuellen Ausstellung „Mein Dortmund“ und erzählt dazu die Geschichten der Leihgeber*innen, die für die Ausstellung „ihr Stück Dortmund“ ins Museum gebracht haben. Unter #moathome stellt das Museum Ostwall Werke der im Februar neu eröffneten Sammlungspräsentation „Body & Soul. Denken, Fühlen, Zähneputzen“ vor. 

Bibliothek: Digitale Vorlesestunde für Kinder, kostenloses Ausleihen

Eine schöne Sache insbesondere für die Kleinen hat sich auch die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund einfallen lassen: Auf Facebook findet regelmäßig eine digitale Vorlesestunde statt: Die Bibliotheksmitarbeiter*innen lesen aus Kinderbüchern vor. Auch der Service der Bibliothek ist jetzt für alle nutzbar: Jede und jeder darf sich online und kostenlos Bücher oder andere Medien ausleihen oder herunterladen. Verfügbar sind sowohl Unterhaltungsangebote wie Romane, Musik oder Filme als auch viele Bildungsangebote beispielsweise für Schüler*innen, die derzeit für ihr Abitur lernen. Auf YouTube gibt es passende Tutorials, die beim Umgang mit den Online-Angeboten helfen.

Musikschule unterrichtet via YouTube und Skype

Kind spielt Violine

Müssen nicht auf ihren Unterricht verzichten: Schüler*innen der Musikschule Dortmund. ©Musikschule Dortmund

Auch der Unterricht an der Musikschule Dortmund geht weiter: Die Schüler*innen kommunizieren und musizieren mit ihren Lehrer*innen via YouTube, Skype, Mail oder auf anderen Wegen. Mit dem neuen YouTube-Kanal „Klassik-Resonanzen“ bekommen die Nachwuchs-Musiker*innen der Musikschule außerdem Gelegenheit, ihre erarbeiteten Stücke einem virtuellen Publikum vorzustellen. Wer will, kann ein Video hochladen, das ihn oder sie beim Musizieren zeigt. Musikfreunde und Fördernde können mit einem würdigenden Kommentar virtuell applaudieren.

Virtuelle Ausstellung zur Städtepartnerschaft mit Leeds

Die nächste Ausstellung in der Städtischen Galerie Torhaus Rombergpark sollte am 3. Mai eröffnen – eine internationale Schau, die die 50 Jahre währende Städtepartnerschaft zwischen Dortmund und Leeds feiert. Unter DortmundLeeds50.de wird die Ausstellung nun zunächst virtuell zu sehen sein, begleitet von Videos und einem Blog.

Talks im Dietrich-Keuning-Haus online sehen

Wer die spannenden Talks im Dietrich-Keuning-Haus (DKH) verpasst hat, kann sie zu Hause nachhören: Auf YouTube hat das DKH Mitschnitte einiger vergangener Veranstaltungen eingestellt, unter anderem mit dem Politiker Robert Habeck oder mit Prof. Naika Foroutan zum Thema „Und woher kommst du wirklich?“.