Wohnen / Ökologie

12.09.2017

Dortmund gilt als kommunales Vorbild im Klimaschutz

Drei Dortmunder Projekte gelten laut der KlimaExpo.NRW als kommunales Vorbild im Klimaschutz.  Die drei Projekte heißen "Green IT", "Effizienzquartier Unionviertel" und "Aktivierung von MigrantenInnen zur energetischen Gebäudesanierung". Ziel der Stadt Dortmund ist es, die CO2-Emissionen bis 2022 im Vergleich zum Jahr 1990, um 40 Prozent  zu senken. Dafür soll vor allem das Energiesparpotenzial ausgeschöpft werden.

Die drei Vorreiterprojekte setzen an unterschiedlichen Herausforderungen an: Im Unionviertel erprobte
die Stadt Dortmund bis 2015 Maßnahmen, um den Bürgern das Thema Energieeffizienz näher zu bringen. So hat sich dort eine Klimaschutzdynamik entwickelt.

Im Zuge des Projekts eine Photovoltaikanlage im Quartier installiert worden, die sinnbildhaft für die dauerhafte
Förderung des ökologischen und sozio-kulturellen Engagements im Unionviertel steht. Mit dem Projekt "AMeG" (Aktivierung von MigrantInnen zur energetischen Gebäudesanierung) testete die
Stadt zudem neue Kommunikationswege, um die gezielte Ansprache von Immobilienbesitzern und
Mietern mit unterschiedlichem Migrationshintergrund zu verbessern.

Von den neuen Erkenntnissen
profitiert nicht nur der Klimaschutz, sondern auch die Integration. Als eine wichtige Stellschraube zu Erreichung der städtischen Klimaschutzziele wurde auch das Thema "Green IT" identifiziert. Mit einem entsprechenden Klimaschutzteilkonzept geht die Stadt mit beispielhaftem Engagement voran und trimmt ihre komplette Infrastruktur im Bereich Informationstechnik auf Effizienz. Das spart Ressourcen und entlastet dank effizienterer Geräte mittelfristig auch den städtischen Haushalt.

"Mit den Projekten, die wir heute in die KlimaExpo.NRW aufnehmen, hat die Stadt Dortmund individuelle Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen identifiziert, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Wir möchten dieses Engagement in ein landesweites Schaufenster stellen, um andere Kommunen zur
Nachahmung zu motivieren", so Dr. Heinrich Dornbusch im Rahmen der Urkundenübergabe.

Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW als Initiative der NRW-Landesregierung in 1.000 Schritten positive Beispiele für den Klimaschutz in und aus Nordrhein-Westfalen.

Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen (AMeG), Diane Jägers, Dezernentin für Recht, Ordnung Bürgerdienste und Feuerweh sowie für das Dortmunder Systemhaus (Green IT) und Veronika Bluhm, Dienstleiterin und Abteilungsleiterin Klimaschutz (Energieeffizienzquartier Unionviertel) hinterließen symbolisch für die neuen
"Schritte" der Stadt Dortmund mit einem Stempelkissen ihre Fußabdrücke.

"Bis 2020 die CO2-Emission um 40 zu reduzieren geht nur schrittweise durch viele Projekte und vorbildliche Maßnahmen, die ineinander greifen. Dabei setzen wir weiterhin auf engagierte Dortmunderinne und Dortmunder, um gemeinsam als Vorbild für kommunalen Klimaschutz voranzugehen" sagt Ludger Wilde.

Energieberatung macht Unionviertel zum Effizienzquartier

Mit über 10.000 Einwohnern ist das Unionviertel eines der am dichtesten besiedelten Quartiere in Dortmund. Beratungsangebote zu energiesparendem Verhalten und technischen sowie baulichen Möglichkeiten waren zwar vorhanden, wurden aber wenig genutzt.

Daher erprobte das Projekt "Effizienzquartier
Unionviertel" neue, speziell auf die individuelle Einwohnerstruktur ausgerichtete Angebote.

Die Ausweitung und Anpassung der Energieberatung hat zusammen mit neuen Kommunikationswegen
zum Erfolg geführt: Seit dem Start des Projekts hat sich im Unionviertel eine positive Klimaschutzdynamik entwickelt.

Forschungsprojekt erprobt neue Kommunikationswege

Nur wenige Hauseigentümer mit Migrationshintergrund machten in Dortmund bislang von den klassischen Instrumenten der Umwelt- und Verbraucherberatung Gebrauch. Die Stadt nahm dies als Herausforderung an und begann, neue Kommunikationswege zu erproben. Das Forschungsprojekt "Aktivierung
von MigrantInnen zur energetischen Gebäudesanierung (AMeG)" testete verschiedene Mittel und Methoden, die Bürger direkt anzusprechen.

Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen konnten so kultursensible
Vermittlungswege der Beratungs- und Förderangebote etabliert und gleichzeitig deren Bekannthei gesteigert werden. Die erzielten Ergebnisse sind als Konzept übertragbar und können vo anderen Kommunen, Verbraucherzentralen, Initiativen und Vereinen angewendet werden.

IT-Infrastruktur mit hohen Einsparpotenzialen

Um weitere Einsparpotenziale zu identifizieren, wurden die gesamte IT-Infrastruktur der Stadt durchleuchtet, Optimierungspotenziale aufgezeigt und entsprechende Maßnahmen sukzessive umgesetzt.

Ziel des Projektes "Green IT" ist es, den verwaltungsweiten IT-Einsatz über den gesamten Lebenszyklus hinweg umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten.

Das beginnt bei der fairen und nachhaltigen
Beschaffung, beinhaltet einen energieeffizienten, klimaschonenden Betrieb und endet mit der fachgerechten Entsorgung bzw. dem Recycling.

So konnte die Stadt Dortmund ein Einsparpotenzial von über 5.000 Tonnen CO2 erreichen. Der IT-Fachbereich erarbeitet konsequent neue Handlungsfelder, um die IT-Infrastruktur zukunftsfähig zu machen und Verbräuche zu reduzieren.