Interkulturelle Vielfalt

02.02.2017

Gemeinsam für ein Erinnern und gegen das Vergessen

Im Rahmen eines Schülerprojekts entstand die Idee sich für das Projekt "Stolpersteine" zu engagieren. Die Steine sollen an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern. Initiator Rolf Schuchmann hat alle Stolpersteine in Dortmund abgelichtet.

Der gelernte Schlosser Heinrich Czerkus, Mitglied der KPD, war Platzwart bei Borussia Dortmund. Er wurde wie viele andere im Rahmen der Karfreitagsmorde 1945 hingerichtet.

"Gerade in der heutigen Zeit eines aufblühenden Rechtsnationalismus in Deutschland und Europa ist es wichtig, die geschichtlichen Zusammenhänge von 1. Weltkrieg – Weimarer Republik – 2. Weltkrieg zu kennen und entsprechend einzuordnen, um eins zu verhindern: Nie wieder Faschismus in Deutschland."

Mit diesen klaren Worten beschreibt Rolf Schuchmann, Fotograf aus Hombruch, was ihn dazu bewogen hat, alle 259, seit 2005 in Dortmund verlegten Stolpersteine abzulichten.

"Ich möchte der heutigen Generation durch mein Fotoprojekt vermitteln, dass die Nachkriegsgeneration keine Schuld am 2. Weltkrieg und der Shoa hat. Es geht mir aber vor allem darum, dass wir gemeinsam für ein Erinnern und gegen das Vergessen einstehen. Meine Fotos leisten vielleicht einen kleinen Beitrag dazu."

Rolf Schuchmann hat den Initiator des Stolperstein-Projektes, den in Köln lebenden Künstler Gunter Demnig, persönlich getroffen.


Rolf Schuchmann bietet sich an, seine Fotos in Dortmunder Schulen zu zeigen.

In Deutschland und insgesamt 20 europäischen Staaten sind bislang 60.000 Stolpersteine verlegt worden. So der Stand im November 2016.

Die Steine sollen die Namen zurückbringen und an jedes einzelne menschliche Schicksal erinnern. Schwerpunkte bei der Verlegung in Dortmund sind die Innenstadt-Nord und der Stadtbezirk Aplerbeck.

Die ermordeten Opfer gehörten folgenden Gruppierungen an: Jüdische Bürger, politisch Verfolgte, Menschen mit Behinderung / T4-Euthanasie-Programme, Sinti- und Roma, Homosexuelle und außerdem Bibelforscher, Asoziale, Zeugen Jehovas, Emigranten.

"Ich stelle meine Bilddateien einer zentralen Stelle in Dortmund zur Nutzung und Veröffentlichung gerne zur Verfügung", sagt Schuchmann. 

Der Kontakt zum städtischen Geschäftsbereich für Bürgerinteressen und Zivilgesellschaft sowie zur Steinwache ist bereits hergestellt.