Wilo bringt Google auf Betriebstemperatur

Wer "Google" auf der Tastatur seines Rechners eintippt, hat nicht unbedingt Wilo auf dem Schirm. Aber: Ohne den weltweit führenden Hersteller von Pumpen läuft beim Internet-Giganten rein gar nichts.

Denn: Um die unzähligen vernetzten Server im neusten Rechenzentrum von Google im finnischen Hamina auf Betriebstemperatur herunter zu kühlen, sind Hochleistungspumpen von Wilo installiert worden.

"Data Center Cooling mit Wilo-Pumpen zuverlässig und ökologisch", hat der Dortmunder Pumpenhersteller seine "Corporate News" überschrieben. Da haben sich zwei Partner im Geiste von Green IT gefunden. "Google behält seine Führungsposition beim Aufbau des grünen Internets bei", lobte jüngst Greenpeace. In diese "grüne Farblehre", so die Wilo-Lesart, passe das Kühlsystem im 9.000 qm großen Rechenzentrum im finnischen Hamina. "Nicht, weil die Hochleistungspumpen grün aussehen, sondern tatsächlich auch sind – von der Energieeffizienz über die Zuverlässigkeit bis zur Lebensdauer."

Schon heute entfallen weltweit 22 Prozent des Energieverbrauchs in Rechenzentren auf die Kühlung.
Google habe das Ziel ausgegeben, teilt Wilo in seinen Corporate News mit, den Strombedarf für seine Data Center auf Sicht nur noch aus erneuerbaren Energien zu decken.


Gleichzeitig würden große Anstrengungen unternommen, die Energieeffizienz in den Centern selbst zu steigern – insbesondere für die energieintensive Kühlung der Server.

Das ist im finnischen Hamina durch die geringe Durchschnittstemperatur von 2 Grad Celsius ebenso gewährleistet wie die direkte Nähe zum finnischen Meer. Das kalte Meerwasser stellte eine energiesparende Serverkühlung sicher, "die Wilo-Pumpen der Marke "CronoLine-IL", die im Rechenzentrum das Kühlwasser fördern, leisten den entscheidenden Beitrag zur Ökologie und Ökonomie eines Hauptknotenpunktes der globalen Datenautobahn." Der Strombedarf für Rechenzentren betrug 2011 weltweit 684 Mrd. kWh. Zum Vergleich: Ganz Deutschland verbrauchte im selben Jahr "nur" etwa 607 Mrd. KwH. Und auch weitere Zahlen lassen aufhorchen: Etwa 64.000 Suchanfragen beantwortet Google pro Sekunde. Das belege, so Wilo in seinem Bericht, die hohen Anforderungen, die der Konzern an die Verfügbarkeit seiner Rechenzentren stellen müsse.

Damit nicht genug: Der IT-Konzern Cisco (Stand Juli 2016) prognostiziert einen gewaltigen Zuwachs der Internetnutzung bis 2020: Hatten 2015 "nur" 40 Prozent der Weltbevölkerung einen Zugang zum Web, sind es 2020 wohl 52 Prozent.

Auch eine weitere Cisco-Schätzung belegt, dass in Zukunft immer größere Datenmengen transportiert werden: Erzeugten die User 2015 noch einen Datentransfer von 9,9 GB pro Kopf und Monat, werden 2020 voraussichtlich die 25 GB überschritten. So gewaltig die Technologiesprünge in der Computertechnik auch sind, die konventionelle Technologie wie die Pumpentechnik spielt ebenfalls eine große Rolle. "Damit Energieeffizienz und globale Vernetzung zusammenfinden, trägt Wilo mit seiner Forschungs- und Entwicklungsleistung dazu bei", bekräftigt Dr. Ing. Markus Beukenberg, Chief Technology Officer (CTO) der WILO SE.

Thomas Kampmann