Weltpremiere in Dortmund und Berlin: Voges zeigt Parallelwelt zeitgleich auf zwei Bühnen

Das Berliner Ensemble und das Schauspiel Dortmund eröffneten die Spielzeit 2018/19 am 15. September mit einem völlig neuartigen Projekt: Kay Voges, Intendant des Schauspiel Dortmund, inszeniert die Simultan-Uraufführung von "Die Parallelwelt“ zeitgleich in Berlin und Dortmund.


Standing Ovations für das Ensemble aus Dortmund: Andreas Beck, Frank Genser, Bettina Lieder, Uwe Schmieder, Xenia Snagowski, Frederike Tiefenbacher und Merle Wasmuth.

Standing Ovations für das Ensemble aus Dortmund: Andreas Beck, Frank Genser, Bettina Lieder, Uwe Schmieder, Xenia Snagowski, Frederike Tiefenbacher und Merle Wasmuth.

Theater Dortmund inmitten der Digitalen Revolution

Zwei Aufführungen, 420,62 km Luftlinie voneinander entfernt, werden zu einer einzigen Inszenierung. Die Protagonisten interagieren über Glasfaserkabel miteinander. Auch der Repertoire-Betrieb läuft immer parallel ab.

Theater ist somit nicht mehr das, wenn an einem Ort zur selben Zeit Menschen anderen Menschen etwas vorspielen…

Voges zeigt, dass die Jahrhunderte alte Minimaldefinition der Theaterkunst als Einheit von Zeit und Raum inmitten der Digitalen Revolution nicht mehr haltbar ist.

Riesige Distanzen schrumpfen mittels Glasfaser auf einen Nullpunkt, und Menschen und Maschinen können in Echtzeit alle Arten von Informationen rund um den Globus austauschen.

Die Inszenierung "Die Parallelwelt“ ist ein Experiment, das sich zu eigen macht, dass die zeitgenössische Physik inzwischen davon ausgeht, dass Paralleluniversen mit großer Wahrscheinlichkeit existieren. 


Das Stück, das im Untertitel „Eine Simultanaufführung über die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ heißt, stammt von Kay Voges (Intendant am Schauspiel Dortmund), dem Dramaturgen Alexander Kerlin und Eva Verena Müller (ebenfalls Dortmund).

"Die Parallelwelt“ ist die Geschichte eines Lebens, das sich selbst begegnet; eine Erzählung über Fred, in der Geburt und Tod, Kindheit und Alter, Liebe und Abschied einander fremd gegenüberstehen und doch miteinander verbunden sind.

Das Stück geht von der Frage aus: Was wäre, wenn die uns bekannte Welt irgendwo im Universum ein zweites Mal identisch existierte? Und was wäre, wenn durch einen Zufall in der kosmischen Ordnung die eine dieser Welten einen anderen Verlauf nehmen würde und die Gegenwart heimgesucht wird von Geistern der Vergangenheit und der Zukunft. Welche Alternativen hätten wir gehabt? Und gibt es einen Weg, dem Schicksal zu entkommen?

420 Kilometer Entfernung werden in 0,04 Sekunden überbrückt. Das ist Theater simultan. Bis zu vier verschiedene Szenen laufen parallel.

420 Kilometer Entfernung werden in 0,04 Sekunden überbrückt. Das ist Theater simultan. Bis zu vier verschiedene Szenen laufen parallel.

Die Zuschauer in Dortmund sehen, was auf der Bühne geschieht, der Kameramann überträgt die Szene nach Berlin. Hier die Braut auf dem Weg zur Hochzeit.

Die Zuschauer in Dortmund sehen, was auf der Bühne geschieht, der Kameramann überträgt die Szene nach Berlin.

Die Bühne ist viergeteilt: Unten spielt sich die Theaterrealität in Dortmund ab, oben sind die Livebilder aus Berlin zu sehen.

Die Bühne ist viergeteilt: Unten spielt sich die Theaterrealität in Dortmund ab, oben sind die Livebilder aus Berlin zu sehen.

Alle weiteren Informationen zu den Spielzeiten und Tickets gibt es auf der Internetseite vom Theater Dortmund

Theater Dortmund


Fotos: Thomas Kampmann